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Verbrennungen

Definition

Unter Verbrennungen (Combustio, Brandverletzung, Verbrennungstrauma) versteht man in der Medizin eine Schädigung durch übermäßige Hitzeeinwirkung. Diese kann durch heiße Flüssigkeiten (Verbrühung), Dämpfe oder Gase, Flammeneinwirkung und Explosionen, starke Sonneneinstrahlung (Sonnenbrand), elektrischen Strom oder Reibung entstehen.

Folgen einer Verbrennung

Bei Verbrennungen werden primär Haut und Schleimhaut geschädigt. Eine Verbrennungsverletzung, die ein bestimmtes Maß überschreitet, hat für den betroffenen Organismus nicht nur örtlich begrenzte Konsequenzen. In Abhängigkeit vom Ausmaß der unmittelbaren Schädigung kann es sekundär zu Kreislaufschock und entzündlichen Allgemeinreaktionen des Körpers (SIRS, Sepsis) kommen.

Verbrennungen bei Kindern

Das Alter der Patienten spielt eine große Rolle bei der Art der Verletzung. Bei Kleinkindern bis vier Jahre machen Verbrühungen 70 % aller Verletzungen aus. Dies begründet sich zum einen durch die lebhafte motorische Entwicklung und den Drang zum Erkunden (Herunterreißen von Flüssigkeitsbehältern von Herd und Tisch), zum anderen aber auch in Sorglosigkeit der Aufsichtsperson (z. B. zu heißes Badewasser). Bei älteren Kindern und Jugendlichen liegt die Ursache häufig im unsachgerechten Umgang mit Feuer und brennbaren Flüssigkeiten (z. B. Benzin) oder in einem Stromunfall. Bei Erwachsenen zwischen 15 und 64 Jahren treten Flammverbrennungen am häufigsten auf; bei einem Drittel der Unfälle handelt es sich um Arbeitsunfälle

Verbrennungsgrad

Entsprechend den beteiligten Hautschichten erfolgt eine Einstufung in:

  • 1. Grad: Rötung und leichte Schwellungen der Haut, Schmerzen, Epidermis betroffen, vollständig reversibel
  • 2. Grad: Blasenbildung mit rot-weißem Grund, starke Schmerzen, Epidermis und Dermis betroffen, vollständige Heilung (2a) oder mit Narbenbildung (2b, bei tiefer Dermisbeteiligung)
  • 3. Grad: schwarz-weiß-Nekrosen/Blasen, keine bis nur geringe Schmerzen, da Nervenendigungen  zerstört. Dermis und Subkutis betroffen, irreversibel
  • 4. Grad: Verkohlung, keine Schmerzen, alle Hautschichten und darunter liegende Knochen/Faszien betroffen, irreversibel

Eine zweit- bis drittgradige Verbrennung kann ab 10 Prozent verbrannter Körperoberfläche beim Erwachsenen und ab 5 Prozent verbrannter Körperoberfläche beim Kind zum lebensgefährlichen hypovolämischen Schock (eine Schockform, die durch Verminderung der zirkulierenden Blutmenge entsteht) führen. Die Toleranz ist stark abhängig von Allgemeinzustand und Alter des Patienten.




Wendt, B. (1997).Lexikon der Kinderkrankheiten. Bergisch Gladbach: Honos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG.
Dr. Christine Heins, R. r. (2000).Mein Kind ist Krank. Hamburg: COMPANIONS Glaenzer Linkwitz Wiskemann GmbH
Mary Rudolf, T.L. (2011).Paediatrics and Child Health. New Jersey, USA: John Wiley and Sons Ltd.
letzte Änderung: 15.09.2016

Weiterführende Informationen finden Sie in den von uns recherchierten und geprüften Websites:


Kliniken/Fachgesellschaften

26.06.2015

Arbeitsgemeinschaft d. Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)

Langfassung der Leitlinie „Thermische Verletzungen im Kindesalter“ (Verbrennung, Verbrühung).



letzte Änderung: 26.06.2015

26.06.2015

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte

Verbrennungsgrade, Sofort- und Vorsichtsmaßnahmen.



letzte Änderung: 26.06.2015

Institution/Behörden

26.06.2015

Deutsches Rotes Kreuz

Vorbeugung, Erkennung und Maßnahmen.



letzte Änderung: 26.06.2015

Kommerzielle Anbieter

26.06.2015

Apotheken-umschau.de

Symptome, Maßnahmen und richtig vorbeugen.



letzte Änderung: 05.09.2016

26.06.2015

Netdoktor.de

Erste Hilfe für groß- und kleinflächige Verbrennungen.



letzte Änderung: 05.09.2016

26.06.2015

AOK

Erste Hilfe Video.



letzte Änderung: 05.09.2016

Selbsthilfe/Patientenorganisationen

26.06.2015

Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder

Hotline und ausführliche Infobroschüren für brandverletzte Kinder.



letzte Änderung: 26.06.2015

26.06.2015

Bundesverband für Brandverletzte

Verbrennungszentren, Sofortmaßnahmen und weitere Informationen.



letzte Änderung: 26.06.2015